(Römische) Altwegsysteme zwischen Oed-Galgenholz und Wippersberg (Landzeit Strengberg)

Zeitreise Wallsee-Sindelburg

Altwegsysteme zwischen Oed/Galgenholz und Wippersberg (Landzeit Strengberg)

(Harald Lehenbauer)

Gleich zu Beginn muss darauf hingewiesen werden, dass die in folgenden Ausführungen beschriebenen Wegstrecken keinesfalls als einzige Wege in dieser Gegend angesehen werden dürfen. Schon die Römer benützten zu ihrer Zeit mehrere verschiedene Streckenführungen mit jeweils unterschiedlichen Hauptzwecken. So stand die „Limesstraße” als Heeresstraße in Verwendung, während die als Binnenlinie bezeichnete von der großen „Limesstraße” ins „Landesinnere”, also in unserem Fall nach Norden und Süden abzweigte. Wobei aber angenommen werden kann, dass auch Händler, welche von weiter weg kamen, die „Limesstraße” verwendet haben.1 Als dritte zur Römerzeit in Verwendung stehende Trasse ist der „Patrouillenweg” zu nennen, welcher die Burgi untereinander in möglichst kurz geführter Streckenführung verband. Weiters standen die Gehöfte und kleinen Ansiedlungen zu jeder Zeit der Besiedlung miteinander durch Saumpfade in Verbindung, von welchen sich einige bis in die heutige Zeit erhalten haben.

Es sei angemerkt, dass ab der Trassenführung vom „Bucherbauer“ die Parzellen Nr. mit der zugehörigen Gemeinde genannt werden und dass die zuvor genannten Parzellen alle in der Katastralgemeinde Igelschwang (Gemeinde Wallsee-Sindelburg) gelegen sind.

Ausgehend vom sogenannten Galgenholz2 bei Oed, zweigt die heutige Straße in Richtung Aschbach ab. Die hier zu ins Auge zu fassende mögliche Trasse kommt aus Richtung Oberaschbach und scheint wenige Meter westlich der heutigen Straßenführung, im Feld mit der Parzellen Nr. 778 (Katastralgemeinde Igelschwang/Wallsee-Sindelburg), in Richtung Westen abgebogen zu sein (siehe Abb. 1).

Oed GalgenholzAbb. 1: Bewuchsmerkmal der Parzelle 773/1. (Google Earth, Bildaufnahmedatum 7.7.2015)

Auf Satellitenaufnahmen verschiedener Jahre (z. B. Juli 2015 & Dezember 2014) zeichnet sich jedes Jahr eine auffällige Verfärbung im Boden ab. Diese Anomalie wird begleitet vom Umstand, dass die Verfärbung heute noch den genauen Parzellenverlauf wiedergibt (siehe Abb. 1).

Im Franziszeischen Kataster von 1822 wird als Kulturgattung ein Acker mit 859,7 Quadratklafter angeführt.3 Die, die Parzelle 778 umfassende, angrenzende Parzelle 773 wird im Kataster als „Hain“4 geführt, was die Vermutung bekräftigt, dass es sich um eine abgekommene (römische) Wegtrasse handelt.5

Auch in der 1787 entstandenen Josephinischen Fassion finden wir einige Hinweise auf die alte Streckenführung. So heißt es in der Beschreibung des Grundstückes mit der Nummer 246 (in der Fassion „Nro. Der topographischen Ordnung” genannt): „Michael Danzinger zu Oedt N. 10 ein Flekl Grund, die alte Post Strassen genannt ohne Erträgee”.6 Als Größe des Grundstücks wird eine Länge von 41,2 Klafter (ca. 78 Meter) und eine Breite von 3 (ca. 5,5 Meter) Klafter genannt.7

Unter der Ordnungsnummer 249 in gleichnamiger Fassion findet sich ein gewisser Peter Riener, Markt Oedt N. 358 als Bewirtschafter eines „Grund Ortl die alte Post Strassen genannt”, 40 Klafter (75,5 Meter) lang und 8 Klafter (15 Meter) breit.9

Von Süden kommend zieht eine Straße aus Richtung „Neen“/Oberaschbach direkt auf den behandelten vermutlichen Straßenzug zu, der kurz vor Erreichen des Höhenrückens vom sprechenden Hofnamen „Wegleiten“ begleitet wird.10

Der Vollständigkeit halber sollen auch die sogenannten „Point“11 erwähnt werden, die sich einst im Galgenholz befanden. Im Zuge einer Begehung des „Galgenholzes” im Mai 2017, wurde mir vom Grundbesitzer der dortigen Parzellen mitgeteilt12, dass der mündlich tradierten Überlieferung zufolge, durch die Parzelle ein „Kirchenweg” führte, auf welchen auch die Leute aus Schaching nach Oed zur Kirche kamen. Diese Überlieferung findet seine Bestätigung in einer Abhandlung von Wegbeschreibungen, in welcher die Schulwege der nach Oed eingepfarrten Schulkinder verzeichnet sind. Hier heißt es bei einigen aus Schaching kommenden Kindern: „hat nach Oed ½ Stundt durch das Galgenholz”.13 Im Anschluss an diesen Wegabschnitt führte der Weg weiter „durch den Wald [Galgenholz]” Richtung Osten nach Oed (Abb. 2).
Dieser durch den Wald führende Weg wird auch in der „Definitiven Gränzbeschreibung der Gemeinde Igelschwang” des Franziszeischen Katasters 1822 erwähnt.
14 Im Zuge einer Oberflächenprospektion des Feldes (Parzellen Nr. 778) konnten im Mai 2017 einige Dutzend Keramikbruchstücke und ein Hammer mit den Buchstaben ML (Abb. 3), aufgelesen werden. Auffallend ist die signifikante Scherbenstreuung im südlichen Bereich der Parzelle, welcher an die Wegparzelle 773/1 (773 im FK) angrenzt.

GalgenholzAbb. 2: Weg vom Galgenholz Richtung Osten nach Oed. (Franziszeischer Kataster/BEV)

Auch in der Franziszeischen Landesaufnahme sehen wir diesen Weg noch klar eingezeichnet. Ebenso finden wir hier eine mögliche Erklärung für die vorhandene, oben beschriebene Scherbenstreuung. Wir sehen im betreffenden Bereich ein landwirtschaftliches Gebäude eingezeichnet.15 Im Franziszeischen Kataster findet sich dieses Gebäude ebenso unter der Nr. 76 eingetragen.16

20170504_165016Abb. 3: Keramikfunde u. ein eiserner Hammerkopf m. Buchstaben ML. vom oben angeführten Fundbereich.

Ob auch der nahe Hof Steinmayr (Steinhof)17 mit einer Altstraßenführung in Verbindung steht, soll nun versucht werden zu klären. Hierzu findet sich im Kapitel XI unter der Ried „Windpessinger18 Feld” eine aufschlussreiche Nennung. Als Lagebezeichnung des Feldes wird folgende Beschreibung angegeben: „Liegt an der vorig Ried19 zwischen d[er] Gemeinde Schweinberg und dort dann d[ie] alten Post Straß wieder eben […].”20

Schon in einem der nächsten Einträge finden wir einen weiteren Fingerzeig. Unter der topographischen Ordnungsnummer 349 finden wir den Eintrag der alten Straße selbst. Es heißt dort: „Ein Fahrweg die alte Post Strassen genannt”.21

Eine weitere Konkretisierung unserer gesuchten Wegtrasse finden wir im Kapitel XII der Fassion. So wird die in diesem Kapitel beschriebene Ried als „Zell Acker” geführt, wo sich folgende Lagebeschreibung findet: „Liegt außer des Markts Oed zwischen der alten und neuen Post Strassen an der Gränze der Gemeinde Flaxberg […]”.22

Hier stellt sich nach Ansicht des Franziszeischen Katasters die Situation – vorerst – ziemlich eindeutig dar. Nach dortiger Einzeichnung der „Zell Äcker” südlich der neuen Poststraße scheint es sich bei der vorher genannten „alten” Poststraße um die heutige A1 gehandelt zu haben. Zieht man allerdings die Nennungen beim Windpassinger Feld und auch der letzten Nennung in dieser Ried in Betracht, so scheint diese zuerst schlüssige Vermutung, doch nicht mit den bisher zu Tage geförderten Fakten in Einklang zu bringen zu sein.
Die Beschreibung, wonach die alte Poststraße in Angrenzung an das Aigenfeld liege, kann nur stimmen, wenn die genannte Straße nördlich der „neuen” Poststraße gelegen ist. Eine Erklärung dafür liegt in der Wahrscheinlichkeit, dass die genannten Zell Äcker sich auch nördlich der neuen Poststraße erstreckt haben.

Um diese These zu bekräftigen, betrachten wir eine in Frage kommende Wegstrecke in Richtung Westen, ausgehend vom Hof Windpassing. Der Verlauf der postulierten alten Poststraße könnte auf heutiger Straßenparzelle Nr. 1529/1 Richtung Westen und damit zum Steinhof verlaufen sein, oder sie könnte aber der heute noch gültigen Gemeindegrenze zwischen Oed-Öhling und der Katastralgemeinde Schweinberg verlaufen sein.

Skizzieren wir zuerst einen Wegverlauf Richtung Steinhof und halten nach schriftlichen Hinweisen für die angenommene Trassenführung Ausschau. Im Franziszeischen Kataster finden wir unsere heutige Straßenparzelle mit der Nr. 1529 vor, welche mit der Bezeichnung „Weg von Steinhof nach Oed” eingetragen ist und über den Hof „Czaila” zum Steinhof führt.23 Der genaue Verlauf von Windpassing Richtung Westen mit „Ziel” Steinhof bleibt unklar. Es kämen drei Streckenverläufe in Frage. Die ersten Beiden wurden oben und in Fußnote 23 skizziert, während die dritte mögliche Strecke genau der heutigen Gemeindegrenze zu Wallsee-Sindelburg folgt. Auch hier verläuft ein heute bereits stark verwischter Hohlweg, der kurz vor dem Anstieg zum Steinhof in die heutige Straße eintritt (Parzelle 777/3 – Katastralgemeinde Schweinberg). Wie später noch ersichtlich wird, wäre eine ehemalige römische Wegführung und eine heute noch bestehende Gemeindegrenze in einer weitgehend deckungsgleichen Linie eine plausible Möglichkeit, welche in künftigen Forschungen und Begehungen in Betracht gezogen werden sollte.24

An einer Wegscheide, wo sich der Weg nach Nord & Süd gabelt25, wechselt nun die Parzellen Nr. auf die Nr. 1528, führt aber die gleiche vorhin genannte Bezeichnung weiter.26 Kurz nach dem Steinhof in Richtung Westen beginnt sich die angenommene Wegführung mit der Parzellen Nr. 1530 in Richtung Tal fortzusetzen. Die Parzellenbezeichnung im Franziszeischen Kataster für die Nr. 1530 lautet „Feldweg” und der Weg überquert an der Grenze zur Katastralgemeinde Ried ein kleines Gerinne.27 Die kleine Brücke bzw. der Steg ist im Franziszeischen Kataster deutlich sichtbar.28 An genanntem Übergang und damit in der Katastralgemeinde Ried gelegen wechselt der Weg die Parzellen Nr. auf die Nr. 1112 und führt zur Anhöhe auf den Biesenberg. Das Protokoll des Katasters nennt als Bezeichnung „Weg von Bisenberg nach Schweinberg” mit der Anmerkung (unlesbar) „Witzmannsdorf.29

Von Biesenberg soll noch ein kurzer „Ausblick” auf eine mögliche weitere Trassenführung gegeben werden. Von Biesenberg aufwärts zur Kreuzung mit der heutigen B1 führt die Wegparzelle 1114/1. Oben angekommen führt geradeaus Richtung Süden ein Hohlweg zur Talmulde in den „Greutlgraben” hinab. Der damals übliche Weg dürfte schon lange vor Erstellung des Franziszeischen Katasters abgekommen sein, wird aber noch mit eigenen Parzellen Nr. geführt, wohl aber nicht mit Weg bezeichnet, sondern es wird die Nr. 760 als „Hutwaide” und die Nr. 761 als „Hain” vermerkt.30

Weiters ist die Parzelle Nr. 764 im Franziszeischen Kataster interessant, da diese in den ehemaligen Straßenverlauf hineinragte, und die Straße von ihrer dort sonst geraden Linie abweichen ließ. Die Parzelle wird als „Hain”31 aufgelistet und enthielt einen Flächeninhalt von 44,8 Quadratklafter.32

In jüngster Zeit wurde exakt an dieser Weggabelung eine römische Münze gefunden.33 Dieser Fund stellt doch einen beachtenswerten Aspekt, hinsichtlich der Datierung des früh abgekommenen Altweges dar.

Eine weitere interessante Erwähnung einer Altstraße – zur Pfarre Sindelburg gehörig – in Oed, in unmittelbarer Umgebung des „Pichlfeldes”, finden wir im ca. 1660 erstellten Urbar und Pfarrprotokoll von Oed vor. Hier heißt es auf fol. 26: „[…] Ober Und Under der Altstraß ein Velt, Und Darzur daß Vierth erst beschriebne Klaine Pichlfeldt gehörig […]”34

Nun zurück zum Ausgangspunkt bei Oberleiten. Von Oberleiten aus geht der Weg in Richtung Nordwesten bis zum Hof Steinstraß35 und zweigt dort kurz nach dem Hof in Richtung Westen ab, während die andere Trasse bergab Richtung Norden zur Grubmühle weiterführt (siehe Abb. 10).
Nach zu Beginn des 20 Jahrhunderts erfolgten Nachforschungen in Oed durch Viktor Freiherrn von Handel-Mazzetti trägt ein Feld nördlich von Feitzing, also unmittelbar bei Steinstraß, den sprechenden Namen „Steinfeld”.
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Die in Richtung Westen führende Trassenführung ist in der Franziszeischen Landesaufnahme noch durchgehend bis zum Bachübergang in der Niederung als eigene Parzelle mit der Nummer 1112/3 verzeichnet und wird als „Feldweeg“37 bezeichnet. Heute endet diese Parzelle kurz vor der Talmulde. Direkt am Bachübergang, welcher heute verwendet wird38, beginnt der steil bergauf führende Steig durch den Wald.

Die in der Abbildung markierte Strecke durch den Wald hebt sich wie ersichtlich durch eine deutlich weniger steile Hanglage hervor. Die im Franziszeischen Kataster mit der Parzellen Nr. 111239 bezeichnete Parzelle, welche gleichzeitig den Waldsteig darstellt, ist in der Karte der Hangneigung deutlich gelb hervorgehoben, was eine weniger steile Hanglage bedeutet.

Als Verwendung ist im zugehörigen Protokoll unter der Parzelle ein „Feldweeg“40 verzeichnet. Die oben angesprochene Haupttrasse vom Galgenholz zur Grubmühle, wird mit der Parzellen Protokoll Nr. 1111 als „Weeg von Grub nach Oberleiten“ geführt.41 Sie ist auch als Hauptweg in der Josephinischen Landesaufnahme (1773-1781) eingezeichnet, während die neu untersuchte Trasse zur Gänze fehlt.42 Da diese Aufnahme aber hauptsächlich im Kontext eines militärischen Gesichtspunktes durchgeführt wurde, ist ein Fehlen des Abschnittes in der Aufnahme verständlich, war diese schwierige steile Wegführung doch für das Militär nicht zweckdienlich und somit unbedeutend.

Es stellen sich nun einige Fragen hinsichtlich dieser Streckenführung. Wer hat diese Trasse angelegt und verwendet und warum erfolgt der Aufstieg zu den Hehenberger Höfen durch dieses steile Waldgebiet? Ich will nun versuchen einige mögliche Erklärungen zu bringen, bevor wir den weiteren Verlauf von der Hehenberger Höhe verfolgen.

Direkt am Beginn des Wegstückes durch den Wald befindet sich eine starke Wasserquelle, die heute durch einen Brunnen erschlossen ist. Diese Quelle und der damit verbundene Wasserreichtum war für die hier lebenden Menschen seit jeher lebenswichtige Bedingungen, welche das Gebiet auch für eine sehr frühe Besiedlung in Frage kommen ließ. Die angesprochene frühe Besiedlung dieser Gegend ist uns durch den Fund eines neolithischen Steinbeiles in Hehenberg bezeugt.43 Eine Besiedlung bereits um 5000 v. Chr. ist daher nicht unwahrscheinlich. Es ist anzunehmen, dass die frühen Siedler auf dem Hehenberg nicht vorwiegend den langgezogenen heutigen Weg, um den Bergrücken herum nahmen, um den langen anstrengenden Bergrücken zu erklimmen, sondern, dass diese den kurzen aber steilen Weg von der Quelle weg, direkt zur oben gelegenen Siedlungsstelle genommen haben. Dass dieser Waldsteig ein hohes Alter besitzt und womöglich im Zuge der Besiedlung angelegt wurde, wäre eine schlüssige These.44 Die oftmalig durchgeführten Gänge um frisches Wasser zu holen, haben sicherlich auch ihren Tribut an Keramikgefäßen gefordert, welche beim Aufstieg zu Bruch gingen. Es lässt sich damit auch die große Menge an Keramikscherben erklären, welche unterhalb des Waldsteiges zu finden sind. Es versteht sich von selbst, dass einige der Scherben auch von der Siedlungsstelle direkt in den Wald geworfen wurden.
Natürlich befand sich auch an der Nordflanke des Hehenberges ein Saumpfad ins Tal zur Grubmühle, allerdings benutzte man diesen wahrscheinlich nur um auf kürzesten Weg nach Norden zu gelangen.
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Die Auszeichnung als eigene Parzelle mit der vorhin genannten Bezeichnung „Feldweeg“ scheint doch auf eine gewisse Bedeutung der Strecke hinzuweisen, bedenkt man, dass bei weitem nicht jeder vorhandene Weg als eigene Parzelle verzeichnet worden ist.

Die heutige B1 wird im Franziszeischen Kataster in unserem Untersuchungsgebiet als „Kaiserstrasse“ mit der Parzellen Nr. 1110 bezeichnet und führt wie heute über das Galgenholz und dem heute abgekommenen Hof „Pfaffenlehen“46 zur Steinbruckmühle und weiter nach Strengberg.

Wenden wir uns nun den weiteren Verlauf des Straßenzuges von Hehenberg in Richtung Südwesten zu. Der im Franziszeischen Kataster mit der Parzellen Nr. 1112/2 ausgewiesene Streckenabschnitt von der Hehenberger Höhe Richtung Kobling endet vorerst an der bewaldeten Parzelle 953. In diesem Bereich befand sich in früherer Zeit ein Zufluchtsort der Bevölkerung47 bei Feindgefahr.48 Im Volksmund wird der tiefe Geländeeinschnitt von jeher „Kobelgraben“49 genannt.

Von dort folgt die Trasse durch den Wald als heute noch in Verwendung stehender Forstweg durch die Parzellen 953 & 862 & 861.

Am Ende des Waldes biegt der ehemalige Weg in die heute bestehende Straße durch Schaching ein und führt nach Westen Richtung „Bucherbauer“. Der Hof Bucherbauer stellt eine Wegscheide dar, an welcher zwei Trassen jeweils eine in Richtung Südwesten, direkt auf das heutige Autobahnrasthaus Landzeit/Strengberg zu, während die zweite Trasse in Richtung Nordwesten und damit Unterramsau abzweigt.

Nehmen wir zuerst die Trasse Richtung Braunsberg/Landzeit in Augenschein. Die erstgenannte Wegführung stimmt mit der Parzelle Nr. 302 (Katastralgemeinde Ottendorf/Gemeinde Strengberg) des Franziszeischen Katasters überein und führt genau entlang der Gemeindegrenze bis zum Ende des Waldstückes der Parzelle 1281 (Katastralgemeinde Wolfsbach/Gemeinde Wolfsbach).

Begleitet wird der hier in diesem Abschnitt mit hoher Wahrscheinlichkeit als römerzeitlich51 anzusprechender Weg, von einem nördlich des Weges situierten Grenzwalles (Abb. 17 & 18). Der Wall ist noch sehr gut erhalten und ca. 0,5 bis 1 Meter hoch, sowie 0,5 Meter breit und bildet auch heute noch die Grenze der Gemeinde Wolfsbach und Strengberg.52 In der neueren Altstraßenforschung werden solche „Begleitwälle” als Indiz für die römerzeitliche Herkunft des Weges angesehen. Der Versuch von Franz Ertl in „Topographia Norici, Band 1” diese Wälle anderwertig zu deuten, kann nicht in vollem Umfang geteilt werden.53 So ist es zwar sicher richtig, dass solche Wälle auch als Grundstücksgrenze angelegt wurden, doch von dieser Tatsache kann nicht generell auf alle Wälle geschlossen werden. So sehen wir in dem hier behandelten Bereich, dass z. B. der Begleitwall zwischen Bucherbauer und Braunsberg im letzten Drittel vor Braunsberg gegen einen Abhang verläuft. Hier ergibt der Versuch Ertls „die Begleitwälle neben der einen oder anderen Altstraße”54 als Abriegelung von „Feld- und Weidefluren gegen die Straße”55 keinen Sinn, zumal hier – und sicher auch an vielen anderen Stellen – ein steiler Abhang anschließt, gegen welchen es keiner Abgrenzung bedarf.

Oberhalb der Parzelle führt die besprochene Trasse des Römerwegs Richtung Bucherbauer, während am westlichen Ende der Fläche, der Weg in Richtung Braunsberg vorbeiführt. Von Braunsberg führt dieser Weg weiter talwärts nach Oberramsau. Hier ist äußerst wichtig anzumerken, dass im Bereich Oberramsau römische Funde zu Tage getreten sind. In der Privatsammlung von Herrn Ziervogl aus Strengberg befinden sich einige römerzeitliche Artefakte, welche auf der Parzelle Nr. 1537 gefunden wurden. Die hier äußerst günstigen Siedlungsbedingungen aufgrund der wasserreichen Lage und der guten Ackerflächen war sicher ausschlaggebend für die Niederlassung von römischen Siedlern hier.

Die zweite Trasse führt vom Bucherbauer direkt nach Unterramsau. Die Wegparzelle hat in der Franziszeischen Landesaufnahme die Nr. 913.56. Äußerst interessant ist in diesem Zusammenhang, dass auch in Unterramsau bereits im Jahr 1917 bei Grabungsarbeiten ein römischer Inschriftstein57 aufgefunden wurde.58 Der Stein wurde laut Besitzer direkt neben seinem Hof gefunden und trägt folgende Inschrift:

AUR. DOCIMUS. MIL.

LEG. II. ITAL. P. F. ET.
AVRELIA. MATURA.

VIVI. SIBI. FEC. ET. AVR.

CLAVDIO. FILIO. OBIT.

ANN. XIIII.59

Ich möchte zum Abschluss noch eine durchaus erwähnenswerte Beobachtung im Zuge einer Begehung von Flachsberg nach Ottendorf machen. Ausgehend von Flachsberg führt ein Altweg, welcher heute die Parzellen Nr. 919 trägt in Richtung Westen nach Ottendorf. Bei diesem Weg scheint es sich um die Straße zu handeln, welche in einem Fahrwegstreit 1762 als „alte ordinari und noch übliche Fahrstraßen“ bezeichnet wird und der Beschreibung nach, von Ottendorf über Flachsberg nach Schaching/Feitzing führte.60

Der sehr alt anmutende Weg führt am Höhenkamm entlang und zieht in idealer Streckenführung und auf kürzesten Weg nach Ottendorf. Nach ca. 500 Meter biegt der Weg ziemlich scharf Richtung Südwesten ab. Direkt an der Kurve befindet sich in westlicher Richtung die Parzelle Nr. 362/1, welche einen künstlich terrassierten Eindruck erweckt. Die Parzelle wird dann im Westen von einem sehr steilen (natürlichen) Abhang begrenzt. Am Fuße des ca. 10 Meter langen Abhanges, finden sich eventuell künstliche Erdverformungen. In den westlich angrenzenden Parzellen 475/1 & 475/4 findet sich eine Rückfallkuppe, welche eine zumindest teilweise künstlich terrassierte Form zu haben scheint. Die bisherigen Beobachtungen erscheinen umso interessanter, da auf der Parzelle 475/1 fast jährlich Verfärbung aufgrund von Bewuchsmerkmalen an den gleichen Stellen in Satellitenbildern zu erkennen sind.

Bei einer flüchtigen ersten Begehung im April 2017 konnten in einigen Maulwurfshügeln auf der Parzelle 475/1 kleinste Bruchstücke von Ziegeln geborgen werden. Weitere Begehungen insbesondere der Parzellen 475/1 & 475/4 folgen. Der Vollständigkeit halber sei noch der Eintrag Schweickhardts wiedergegeben: Franz Xaver Schweickhardt schreibt im Jahr 1837, dass der Name Ottendorf , „welcher Name auf ein früher bestandenes Dorf hinweiset”.61

Als Fazit bleibt zu bemerken, dass die Altweg- und Altstraßensysteme in der behandelten Gegend nur schwer von mittelalterlichen- und neuzeitlichen Wegen separiert werden können. Sehr oft wurden die Römerwege und Straßen im Mittelalter und der Neuzeit weiterverwendet, bzw. die Trassenführung ein wenig adaptiert. Auch die beiden wichtigsten Quellen zur römischen Altstraßenforschung, die Tabula Peutingeriana und das Itinerarium Antonini sind hinsichtlich der exakten Verortung, der dort eingezeichneten Trassen nur eine kleine Hilfe. Wie bei einem Puzzlespiel bleibt dem Altstraßenforscher oft nur die Möglichkeit, die in Frage kommenden Trassen zuerst auf der Landkarte „durchzuprobieren” und dann vor Ort im Gelände die Probe zu machen, ob die topographischen Gegebenheiten in Frage kommen.

Quellen- und Literaturverzeichnis:

Falko Daim (Hg.), Burgen Mostviertel (Freytag & Berndt, o.A. 2007).

Franz Ertl, Topographia Norici I. Die römischen Siedlungen, Strassen und Kastelle im Ostalpenraum. (Verlag Topographia Norici, Kremsmünster 21971).

Rudolf Gugler, Familien- und Hofchronik Michlmayr (Gerstmayr) (Typoskript).

Viktor Freiherr von Handel-Mazzetti, Wallsee und Sindelburg an der Donau. In: Verein für Landeskunde von Niederösterreich (Hg.), Monatsblatt des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich Juli-September 1910 (Wien 1910) 97-119.

Reinhardt Harreither, Altstraßen im Alpenvorland östlich der Enns. In: Oberösterreichischer Musealverein (Hg.), Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines 2004 Folge 149a (Linz 2004).

Gunther Hüttmeier, Urgeschichtliche Funde und frühe Altstraßensysteme im Raum Wallsee. In: Marktgemeinde Wallsee-Sindelburg (Hg.), Wallsee-Sindelburg (o.A. 2017).

Peter Kunerth, Franz Steinkellner, Gemeindechronik Marktgemeinde Oed-Öhling (Amstetten 1989).

Matthias Lexer, Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch 1992 [1885], (2. Nachdruck der 3. Auflage) (S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1992).

Viktor Handel-Mazzetti, Die Zakking-Sumerauer. In: Verein für Landeskunde von Niederösterreich (Hg.), Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich. (11. Jahrgang 1912, Wien 1913).

Oskar Mitis, Berge, Wege und Geschichte. In: Verein für Landeskunde und Heimatschutz von Niederösterreich und Wien (Hg.), Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich. (26. Jg. 1936, Wien 1936).

Leopoldine Pelzl, Kobel, Winkel, Lueg. Mittelalterliche Zufluchtsstätten der Bauern untersucht im politischen Bezirk Amstetten (Amstettner Beiträge 1982, Amstetten o.A.).

Erich Polaschek, Die Tabula Peutingeriana u.d. Itinerarium Antonini als Quellen für Niederösterreich. In: Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien (Hg.), Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich (26. Jg. 1936, Wien 1936).

Franz Xaver Schweickhardt, Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens. (Band 9 Wien 1837).

Franz Steinkellner, Römerstraßen und Römische Siedlungen im Bezirk Amstetten. In: Kuratorium für die Drucklegung der Bezirksgeschichte (Hg.), Österreichs Wiege-Der Amstettner Raum (Band 1, Amstetten – Waidhofen an der Ybbs 1966).

Heinrich Weigl, Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich. (6. Band, Verein für Landeskunde von Niederösterreich, Wien 1974).

Ungedruckte Quellen:

Pfarrakten Sindelburg 1478-1628 Signatur HD 16-44 (Diözesanarchiv St. Pölten).

Franziszeischer Kataster Igelschwang – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 225 (Niederösterreichisches Landesarchiv).

Franziszeischer Kataster Igelschwang – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Prot OW 225 (Niederösterreichisches Landesarchiv).

Franziszeischer Kataster Oed – MG Oed, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 358 (Niederösterreichisches Landesarchiv).

Franziszeischer Kataster Oed – MG Oed, VB Amstetten. Signatur FK Prot OW 358 (Niederösterreichisches Landesarchiv).

Franziszeischer Kataster Ottendorf – MG Strengberg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 366. (Niederösterreichisches Landesarchiv).

Franziszeischer Kataster Ried – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Prot

OW 436 (Niederösterreichisches Landesarchiv).

Franziszeischer Kataster Ried – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 436 (Niederösterreichisches Landesarchiv).

Franziszeischer Kataster Schweinberg – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 482 (Niederösterreichisches Landesarchiv).

Franziszeischer Kataster Schweinberg – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Prot OW 482 (Niederösterreichisches Landesarchiv).

Josephinische Fassion Markt Oed – Signatur JosFass VOWW 321 (Markt Öd) (Niederösterreichisches Landesarchiv).

Herrschaft Niederachleiten und Strengberg, Grund und Satzbuch über freie und Hausüberlände B, 1796-1884, Signatur BG Haag 01/05 (Niederösterreichisches Landesarchiv).

Urbar und Pfarrprotokoll von Oed Signatur 9-1 (Diözesanarchiv St. Pölten).

Urbar Wallsee 1449 Signatur HS StA 1139/1-2 (Niederösterreichisches Landesarchiv).

Theodor Habsburg-Lothringen, Wallsee-Ein Römerkastell, (unpubliziertes Manuskript, Wallsee 1977).

Online Quellen:

Josephinische Landesaufnahme: http://mapire.eu/de (abgerufen am 28.4. 2017).

Franziszeische Landesaufnahme: http://mapire.eu/de (abgerufen am 15.7.2017)

1Persönliche Information Gunther Hüttmeier April 2017.

2Ehemaliger Standort der Richtstätte (Galgen) des Landgerichtes Niederwallsee. vgl. Peter Kunerth, Franz Steinkellner, Gemeindechronik Marktgemeinde Oed-Öhling (Amstetten 1989) 13.

3Franziszeischer Kataster Igelschwang – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 225 & FK Prot OW 225 (Niederösterreichisches Landesarchiv) , Protokoll fol. 46.

4Franziszeischer Kataster Igelschwang – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 225 & FK Prot OW 225 (Niederösterreichisches Landesarchiv) , Protokoll fol. 46.

5Anm.: Unter der Bezeichnung „Hain“ versteht man heute ein kleines Wäldchen. In früherer Zeit verwendete man es auch anstatt des Wortes „Hag“ oder „Gehag“. Also ein durch Hecken und Büsche eingehegtes Grundstück. vgl. hierzu die bei Matthias Lexer verwendete Deutung: „dornbusch, dorn, die um einen platz oder ein heerlager zum schutze u. zur verteidigung gezogene einfriedung, verhau …“ Matthias Lexer, Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch 1992 [1885], (2. Nachdruck der 3. Auflage) (S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1992) 88.

6Josephinische Fassion Markt Oed – Signatur JosFass VOWW 321 (Markt Öd) Nr. 246 .

7Josephinische Fassion Markt Oed – Signatur JosFass VOWW 321 (Markt Öd) Nr. 246.

8Josephinische Fassion Markt Oed – Signatur JosFass VOWW 321 (Markt Öd) Nr. 248.

9Josephinische Fassion Markt Oed – Signatur JosFass VOWW 321 (Markt Öd) Nr. 249.

10Anm.: Etymologie = „Die Leite am Weg“. Online Version der Josephinischen Aufnahme: http://mapire.eu/de/map/firstsurvey/?layers=here-aerial%2C1%2C73&bbox=1635451.434503899%2C6124772.477663076%2C1641977.2457937459%2C6127223.239882469 (abgerufen 28.4.2017)

11Point = umfriedetes Grundstück; Im Bereich des Galgenholzes werden mehrere solcher Points genannt, wie z. B. „Schotterpoint“ vgl. wie Fußnote 2 und Urbar und Pfarrprotokoll von Oed (Diözesanarchiv St. Pölten) Signatur 9-1 fol. 2, der im Franziszeischen Protokoll genannte „Galgenpoint“ befand sich auf den Parzellen Nr. 264-308, vgl. Franziszeischer Kataster Oed – MG Oed, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 358 und zugehöriges Protokoll – FK Prot OW 358 (Niederösterreichisches Landesarchiv) fol. 19-21. Weiters muss angemerkt werden, dass weite Teile des Geländes von einem Graben-Wall System durchzogen sind. Die Parzelle Nr. 285/1 wird von einem Hohlweg (Abb. 6) durchschnitten, welcher wiederum von einem Graben in Richtung Süden begrenzt wird. Auf Parzelle 286/1 wurden im südlichsten Bereich drei Stück neuzeitliche und mittelalterliche Keramikbruchstücke aufgelesen.

12Anm. : Der Grundbesitzer teilte mir weiters mit, dass er den „Galgenstein” besitze, welchen er aus dem Galgenholz hatte. Als Standort des Galgens könnte eine von mir wahrgenommene Stelle im südlichsten – und damit höchsten –Bereich des Galgenholzes in Frage kommen, wo sich heute einige sehr große Granitsteine befinden.

13Pfarrakten Sindelburg 1478-1628 Signatur HD 16-44 (Diözesanarchiv St. Pölten). ; Interessanterweise wird bei der Wegbeschreibung der Kinder zur Schule nach Sindelburg auch die Anzahl der Bäche vermerkt, welche zu überqueren waren, um so das hier für die Kinder bestehende Risiko anzuzeigen.

14Hier heißt es wörtlich: „ … durch den von Oberleiten nach Oed führenden Fahrweg, welcher sich in der Chausee einmündet …”. vgl. Franziszeischer Kataster Igelschwang – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. FK Prot OW 225 (Niederösterreichisches Landesarchiv) , fol. 80.

16vgl. Abb. 3 , NÖLA Sign. FK Mappe OW 225 ; und Abb. 4 , Franziszeische Landesaufnahme.

17In dieser Hinsicht ist auch der sprechende Hofname „Steinhof” interessant. In der ersten Nennung des Hofes im Jahr 1311, in welcher Gotfriedt von Stain, den „Hof zu Stain in Oedt“ an Heinrich von Wallsee verkauft, steckt jedenfalls der Name „Stain“ bereits in der Bezeichnung. vgl. hierzu Viktor Handel-Mazzetti, Die Zakking-Sumerauer. In: Verein für Landeskunde von Niederösterreich (Hg.), Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich. (11. Jahrgang 1912, Wien 1913) 107. ; Ob hier ein Bezug zu einer ehemals vorhandenen Fortifikation des Hofes steht und/oder ob hier eine eventuell andere steinige Beschaffenheit der Ackerflächen in der Umgebung vorgelegen hat, ist momentan nicht sicher zu klären (siehe Ausführungen weiter unten). In der Josephinischen Fassion begegnet uns ein interessanter Flurname in der direkten Umgebung des Hofes. Es wird eine „Steinwiese” (Jos. Fass. VOWW 321, Markt Öd. Nr. 282.) erwähnt an der Grenze zur Gemeinde Schweinberg, was auf einen vorhin genannte steinigen Untergrund hinweist. vgl. auch die Situation in Stein bei Erla/St. Pantaleon ; Kira Lappe, St. Pantaleon-Erla. In: Verena Gassner, Andreas Pülz (Hg.), Der römische Limes in Österreich. Führer zu den archäologischen Denkmälern (ÖAW Wien 2015) 181.

18Anm.: Steht für den Hofnamen „Windpassing”.

19Anm.: Aigenfeld (Eugenfeld) – liegt nördlich des Marktes Oed, an der Grenze zur damaligen Gemeinde Schweinberg und Ödschachen. vgl. Josephinische Fassion Markt Oed – Signatur JosFass VOWW 321 (Markt Öd) Kapitel VIII und X. & Franziszeischer Kataster Öd Markt (Oed) – MG Öd-Öhling, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 358 (Niederösterreichisches Landesarchiv).

20Josephinische Fassion Markt Oed – Signatur JosFass VOWW 321 (Markt Öd) Kapitel XI.

21Josephinische Fassion Markt Oed – Signatur JosFass VOWW 321 (Markt Öd) Eintrag 349.

22Josephinische Fassion Markt Oed – Signatur JosFass VOWW 321 (Markt Öd) Kapitel XII.

23Franziszeischer Kataster Schweinberg – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 482 & FK Prot OW 482 (Niederösterreichisches Landesarchiv) , Protokoll fol. 84. ; Zu beachten ist, dass in der Josephinischen Landesaufnahme zwischen Zeilabauer (Czaila) und Steinhof keine direkte Verbindung verzeichnet ist, stattdessen aber zwischen Steinhof und dem Hof Grubbauer eine heute abgekommene Verbindung bestand. Der Zugang zum Steinhof erfolgte laut der Josephinischer Aufnahme über Schmitzberg und dem Hohlweg kommend von Winklhof/Teufelsberg. Womöglich bestand zum Zeitpunkt der Aufnahme – ca. 40 Jahre vor der Franziszeischen Fassion – zwischen Zeila und dem Steinhof ein nur wenig genutzter Fussweg. vgl. http://mapire.eu/de/map/firstsurvey/?layers=here-aerial%2C1%2C73&bbox=1637094.8306120303%2C6126485.14482809%2C1643620.6419018772%2C6129169.9954466075 (abgerufen am 3.5.2017)

24Vgl. hierzu Fußnote 52.

25Anm. : Hier führt jeweils ein Weg nach Ödschachen in Richtung Süden und über die Talmulde nach Teufelsberg. Der Weg nach Teufelsberg besteht heute noch und führt zum „Winklhof”, von welchen er weiter in Richtung Sindelburg führt. Hier sei auf die Kapelle und den Weg von Teufelsberg verwiesen, welche heute noch von Pilgern benutzt werden. Eventuell führte der Weg vom Winklhof über Teufelsberg nach Sindelburg. Damit wäre ein Anschluss an das eben angeführte „Wegnetz” bei Oed gegeben.

26Franziszeischer Kataster Schweinberg – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 482 & FK Prot OW 482 (Niederösterreichisches Landesarchiv) , Protokoll fol. 84.

27Franziszeischer Kataster Schweinberg – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 482 & FK Prot OW 482 (Niederösterreichisches Landesarchiv) , Protokoll fol. 84.

28Franziszeischer Kataster Schweinberg – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 482

29Franziszeischer Kataster Ried – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 436 & FK Prot OW 436 (Niederösterreichisches Landesarchiv) , Protokoll fol. 63.

30Franziszeischer Kataster Igelschwang – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 225 & FK Prot OW 225 (Niederösterreichisches Landesarchiv) , Protokoll fol. 45f.

31Vgl. hierzu Fußnote 5.

32Franziszeischer Kataster Igelschwang – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 225 & FK Prot OW 225 (Niederösterreichisches Landesarchiv) , Protokoll fol. 45.

33Der Fund befindet sich im Besitz des Finders Herrn Jürgen Mistelberger, Malermeister aus Wallsee-Sindelburg.

34Urbar und Pfarrprotokoll von Oed und Spital (Diözesanarchiv St. Pölten) Signatur 9-1. fol. 26.

35In dieser Hinsicht ist auch der sprechende Hofname interessant, welcher seine etymologische Erklärung eindeutig in einer ehemals vorhandenen Altstraße findet. Erstmals wird der Hof im Urbar Seitenstetten 1290 als „Stainstraz“ erwähnt. vgl. Heinrich Weigl, Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich. (6. Band , Verein für Landeskunde von Niederösterreich, Wien 1974) 127. ; wird künftig als HONB abgekürzt. ; Während Steinstraß eine sehr frühe Nennung aufweist und damit mit hoher Wahrscheinlichkeit eine dementsprechend frühe Trasse aufzeigt, wird der Hof „Strasserbauer” (auch Strass) erstmals 1449 im Urbar Wallsee erwähnt. vgl. Urbar Wallsee 1449 Signatur HS StA 1139/1-2 (Niederösterreichisches Landesarchiv) fol. 293.

36Viktor Freiherr von Handel-Mazzetti, Wallsee und Sindelburg an der Donau. In: Verein für Landeskunde von Niederösterreich (Hg.), Monatsblatt des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich Juli-September 1910 (Wien 1910) 111.

37Franziszeischer Kataster Igelschwang – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 225 & FK Prot OW 225 (Niederösterreichisches Landesarchiv) , Protokoll fol. 63.

38Anm.: Ca. 30 Meter nördlich des heutigen Überganges findet sich eine markante Erhöhung am Waldboden. Diese ist ca. 1,5 Meter hoch und gegenüber dieser Erhöhung am anderen Ufer des Baches finden sich signifikante topographische Merkmale, welche auf einen ehemaligen Übergang hindeuten. Knapp überhalb dieser Stelle fanden sich bei einer Begehung, dutzende Keramikbruchstücke, welche mehrheitlich in die Neuzeit datieren, aber auch ältere Stücke die ins Mittelalter zurückdatieren wurden aufgelesen.

39Franziszeischer Kataster Igelschwang – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 225 & FK Prot OW 225 (Niederösterreichisches Landesarchiv) , Protokoll fol. 63.

40ebd.

41ebd.

43vgl. Gunther Hüttmeier, Urgeschichtliche Funde und frühe Altstraßensysteme im Raum Wallsee. In: Marktgemeinde Wallsee-Sindelburg (Hg.), Wallsee-Sindelburg (o.A. 2017) 18. Anm.: Eine genaue Fundortangabe fehlt leider im entsprechenden von Pater Ortmayr gemeldeten Fundbericht.

44vgl. hierzu auch das Zitat von Güttenberger (zitiert nach Oskar Mitis): „Verkehrsbahnen sind die Wegweiser der Geschichte“ in Oskar Mitis, Berge, Wege und Geschichte. In: Verein für Landeskunde und Heimatschutz von Niederösterreich und Wien (Hg.), Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich. (26. Jg. 1936, Wien 1936) Seite 59 & Fußnote 52.

45Anm. : Die angesprochene ins Tal führende Strecke ist im unteren Bereich kurz nach der Erstellung des Katasters 1822 verändert worden. Hier wurde die Einmündung in den von Rappleiten kommenden Weg etwas weiter östlich angesetzt. Auch die heute von der B1 ins Tal führende Wegführung über Rappleiten ging 1822 noch direkt nördlich am Hof Rappleiten vorbei und nicht wie heute südlich. Es scheint sich hierbei auch nur um einen kleinen Saumpfad gehandelt zu haben, da die Einzeichnung in den Kataster nur durch nebeneinander führende rote Striche erfolgte und nicht wie bei der von Steinstraß kommenden Trasse zusätzlich grau hinterlegt wurde (siehe Abbildung Nr. 14).

46vgl. Weigl, HONB Band 6, 125.

47Anm.: Schon Leopoldine Pelzl fiel bei ihren Untersuchungen zu diesen Zufluchtsorten auf, dass sich viele der vermeintlich älteren Verstecke in unmittelbarer Umgebung von römischen Straßentrassen befanden, so z. B. Winkling/Kollmitzberg, Köpelmühle & Miesenwinkel, am Rand des Ybbsfeldes Koplarn/Amstetten (mit römerzeitlichen Funden) vgl. Leopoldine Pelzl, Kobel, Winkel, Lueg. Mittelalterliche Zufluchtsstätten der Bauern untersucht im politischen Bezirk Amstetten (Amstettner Beiträge 1982, Amstetten o.A.) 15. Um diese Systematik der Anlage dieser Zufluchtsorte in einem etwaigen Zusammenhang wissenschaftlich zu beweisen, bedarf es einer grundlegenden Neubearbeitung, sowohl hinsichtlich der röm. Straßenführunen als auch der Fluchtortpunkte. Nur bei einer vorherigen eingehenden Überprüfung der beiden Untersuchungsobjekte, hinsichtlich Lokalisation bzw. Trassenführung kann ein etwaiger Zusammenhang zumindest auf halbwegs sichere „wissenschaftliche Beine“ gestellt werden. Es sei darauf hingewiesen, dass es bis dato keine archäologische Untersuchung auch nur eines Fluchtortes im Bezirk Amstetten gibt. Und dass es dadurch keine wissenschaftlich haltbaren Aussagen hinsichtlich der Datierung der oben genannten Zufluchtsorte gibt.

48vgl. Harald Lehenbauer, Marktgemeinde Wallsee-Sindelburg vom Mittelalter bis zur Neuzeit. In: Marktgemeinde Wallsee-Sindelburg (Hg.), Wallsee-Sindelburg (o.A. 2017) 64. ; Leopoldine Pelzl, Kobel, Winkel, Lueg. Mittelalterliche Zufluchtsstätten der Bauern untersucht im politischen Bezirk Amstetten (Amstettner Beiträge 1982, Amstetten o.A.) 20.

49Rudolf Gugler, Familien- und Hofchronik Michlmayr (Gerstmayr) (Typoskript) 9.

51vgl. Reinhardt Harreither, Altstraßen im Alpenvorland östlich der Enns. In: Oberösterreichischer Musealverein (Hg.), Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines 2004 Folge 149a (Linz 2004) 198.

52Anm. : Selbige Beobachtung kann an der Wegtrasse von Schaching Richtung Eck/Aschbach gemacht werden. Hier biegt die alte Römerstraße von der heutigen Straße Richtung Aukenthal nach Süden ab (Parzelle Nr. 1398/2 – Katastralgemeinde Wolfsbach/Gemeinde Wolfsbach). Nach wenigen Metern beginnt auch hier der Grenzwall und begleitet den Weg in gleicher Art, wie bei der Wegtrasse vom Bucherbauer Richtung Braunsberg. In dieser Hinsicht ist interessant, dass die alte römische Straßentrasse bis heute die Gemeindegrenze zwischen den Gemeinden Wolfsbach und Aschbach-Markt bildet. Wir sehen in dieser – öfters zu beobachtenden – Tatsache, dass es auch hier eine erstaunliche Kontinuität in der Verwendung von einstmals römischen Vermächtnissen bis in unsere Zeit gibt.

53vgl. Franz Ertl, Topographia Norici I. Die römischen Siedlungen, Strassen und Kastelle im Ostalpenraum. (Verlag Topographia Norici, Kremsmünster 21971) 14f.

54Ertl, Norici, 15.

55ebd.

56Franziszeischer Kataster Ottendorf – MG Strengberg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 366.

57Anm.: Das Original des Steines befindet sich eingemauert in einer Wand des sogenannten „Wastlbauernhofes“. Eine Kopie befindet sich laut Theodor Habsburg-Lothringen im Schloss Wallsee. Theodor Habsburg-Lothringen, Wallsee-Ein Römerkastell, (unpubliziertes Manuskript, Wallsee 1977) 20. ; Der Stein wurde laut Besitzer direkt neben seinem Hof gefunden. ; In einem Grundbuch der Herrschaft Niederachleiten, heißen die betreffenden Äcker (Parzellen Nr. 371376) „Scheibeläcker”. vgl. Herrschaft Niederachleiten und Strengberg, Grund und Satzbuch über freie und Hausüberlände B, 1796-1884, Signatur BG Haag 01/05 (Niederösterreichisches Landesarchiv) Grundbuch fol. 40.

58Theodor Habsburg-Lothringen, Wallsee-Ein Römerkastell, (unpubliziertes Manuskript, Wallsee 1977) 19f.

59Theodor Habsburg-Lothringen, Wallsee-Ein Römerkastell, (unpubliziertes Manuskript, Wallsee 1977) 48.

60Franz Steinkellner, Römerstraßen und Römische Siedlungen im Bezirk Amstetten. In: Kuratorium für die Drucklegung der Bezirksgeschichte (Hg.), Österreichs Wiege-Der Amstettner Raum (Band 1, Amstetten – Waidhofen an der Ybbs 1966) 37.

61Franz Xaver Schweickhardt, Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens. (Band 9 Wien 1837) 246.

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