Die Tanzberger Brücke und die umliegenden Altwegsysteme zwischen Igelschwang, Hofing

Zeitreise Wallsee-Sindelburg

Die Tanzberger Brücke und die umliegenden Altwegsysteme zwischen Igelschwang, Hofing und Ried (Marktgemeinde Wallsee-Sindelburg)
(Harald Lehenbauer)

(Version mit Bilder: Bilder Version)

In diesem Beitrag soll die Tanzberger Brücke und die umliegenden Altwegsysteme näher untersucht werden. Anhand historischer Quellen und daraus resultierenden Überlegungen soll die überregionale Bedeutung der Brücke rekonstruiert werden. Als Quellen werden verschiedene Fassionen und Landesaufnahmen, sowie weitere lokalhistorische Primärquellen herangezogen. Aufmerksam auf dieses architektonische Meisterwerk wurde ich aufgrund einer Mitteilung meines Freundes Gunther Hüttmeier, bei welchem ich mich hier an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken möchte.1

Die Brücke ist von einer außergewöhnlichen baulichen Beschaffenheit. Die Erbauer der Brücke scheinen wahre Baumeister gewesen zu sein, sie haben die Brücke in einer Rundbogenbauweise aufgeführt. Dadurch ist die Brücke bis heute sehr tragfähig, heute überqueren sie sogar große Traktoren ohne Probleme. Der Untergrund der Brücke wurde mit Steinplatten ausgelegt, um so Ablagerungen vorzubeugen und den Durchfluss zu gewährleisten.

Der Tanzberger Brücke bzw. einem äquivalenten Übergang kam vielleicht schon in vorchristlicher Zeit eine entsprechend hohe lokale – und wahrscheinlich auch überregionale – Bedeutung zu. Ihr Auftreten in der bekannten Sage „Der Haunoldschimmel“2 zusammen mit der Hofinger-Brücke, zwischen welchen der besagte Haunoldschimmel nächtens sein Unwesen treibt und diesen Bereich als „unbegehbare[n] Tabubereich“3 markiert, scheint eine frühgeschichtliche Datierung durchaus als möglich. Einige in der Vergangenheit aufgefundenen urgeschichtlichen Funde aus der Umgebung von Sindelburg4 scheinen auch in unmittelbarer Nähe dieses nach Süden führenden Altstraßenzuges gemacht worden zu sein.5

Der in der Sage als „Unhold“ bezeichnete Bach6 – heute Hofingerbach – bildet von Südwesten kommend bis heute die Katastralgemeindegrenze zwischen Ried und Igelschwang, mehr dazu jedoch weiter unten. Übrigens werden die Felder in Bachnähe zwischen Groppenberg und Igelschwang als „Haunoldfelder”7 und eine Wiese in Ried als „Haunoldwiese”8, sowie der Wald als „Unhold Waldung”9 bezeichnet.

Wir beginnen unsere Betrachtung der Altwege am östlichen Igelschwanger Ortsausgang in Richtung Groppenberg10. Von der sogenannten Pestsäule in Igelschwang führen zwei Wege ortsauswärts Richtung Nordosten, einer in Richtung Zehethof11 der andere nach Groppenberg. Der Verlauf des Altweges dürfte der heutigen Straße bis kurz vor Groppenberg geglichen haben. Wir sehen in der Franziszeischen und auch in der Josephinischen Landesaufnahme12 allerdings kurz vor dem oberen Groppenberger Hof (Hof Mitterer) den Wegverlauf in einem Bogen in Richtung Tanzberger Brücke abschweifen. Der Weg hat im Franziszeischen Kataster die Parzellen Nr. 1125, welche übrigens bis heute gleich geblieben ist. Wir finden diese Parzelle im Protokoll des Franziszeischen Katasters als „Weg von Groppenberg nach Iglschwang“ bezeichnet,13 während der Weg in der Josephinischen Fassion als „Fahrweg von Iglschwang über Tanzberg nach Witzmannsdorf“14 bezeichnet wird.

Der Straßenzug wechselt dann nach der Kurve im talwärts-führenden Teil die Parzellen Nr. zur auch heute noch bestehenden Parzelle mit der Nr. 1124.15 Eigenartigerweise findet sich im Protokoll des Katasters unter dieser Nr. nicht wie man annehmen möchte ein Weg nach Tanzberg oder/und Ried vermerkt, sondern es wurde damals ein „Weg von Sindlburg nach Iglschwang“ vermerkt.16 Lediglich die Wegparzelle Nr. 1126 welche von der südlichen Ortsausfahrt Ried zur Tanzberger Brücke (Tanzberg) führt, wird als „Weg von Ried zur Tanzberger [Brücke]“ bezeichnet. Auch diese Bezeichnung scheint eine Fixierung auf die Tanzberger Brücke anzudeuten, die zu dieser Zeit wohl noch eine erhebliche Bedeutung für die lokalen Wegstrukturen hatte.

Das „Ziel“, welches der Kataster angibt, ist also die Tanzberger Brücke und der Tanzberger Hof, an welchen man zu dieser Zeit direkt vorübergehen musste, wird überhaupt nicht erwähnt.
Vor dem Hof Tanzberg wechselt die Wegparzellen Nr. von 1126 (von Ried kommend) zu 1124 nach Groppenberg führend. Beide Parzellen Nr. bestehen heute noch, lediglich die Zufahrtsstraße wird heute als 1126/2 bezeichnet und die abwärts zur Brücke führende Parzelle hat die Nr. 1124/3.17
Weiters scheint diese Zufahrtsstraße zum Tanzberger Hof im Zeitraum zwischen der Josephinischen Landesaufnahme (um 1780) und dem Franziszeischen Kataster (1822) angelegt – oder ausgebaut – worden zu sein, da diese in der Josephinischen Aufnahme noch nicht verzeichnet ist. Auch interessant zu erwähnen ist, dass die heute noch bestehende Tanzberger Kapelle auch 1822 schon als Steinbauwerk an der Abzweigung bestand. Damals führte die Streckenführung noch direkt von der Tanzberger Brücke in Richtung Witzmannsdorf. Als Rest dieser ehemaligen Wegtrasse war im Jahr 1822 bei der Erstellung des Franziszeischen Katasters unter der Parzellen Nr. 641 noch ein schemenhafter Rest zu erkennen. Zwar nicht mehr als Weg bezeichnet, doch als „Hain mit [Obstbäumen]” im Besitz des damaligen Hofbesitzers Martin Grabenschweigers, sehen wir hier den Überrest des einstigen Weges nach Witzmannsdorf.18

Der ebenfalls mit der Hofzufahrt neu entstandene Straßenzug, welcher auch heute noch in Gebrauch ist, wird unter der Parzellen Nr. 1120 geführt und als „Weeg zwischen des Martin Grabenschweiger und Joseph Vaigl liegenden Gründen“19 bezeichnet. Anders als zu erwarten wird nicht die Ortschaft Ried als quasi Ausgangspunkt bezeichnet und eine Zieldestination angeführt, wie sonst fast immer üblich, sondern es findet lediglich eine unbedeutende Lagebezeichnung des Weges statt, was ebenfalls auf eine damals noch wenig beachtete (da neu und nicht „gewohnt”) Stellung des Weges im lokalen Wegnetz hindeutet.

Ein weiterer, weniger genutzter Weg von der Tanzberger Höhe war der Weg nach Igelschwang, welcher westlich vom Hof in direkter Linie nach Igelschwang zog (und auch noch heute zieht).

Kehren wir nun zurück zur Tanzberger Brücke um von hier den einstigen Wegverlauf hoch zum Tanzbergerhof zu rekonstruieren. Die Trasse führt in südliche Richtung leicht schlängelnd ca. 400 Meter nach oben zum Hof. In der Josephinischen Fassion finden wir unter der topographischen Nr. 198 den „Fahrweeg von Danzberg nach Groppenberg“20 verzeichnet.

Wenn wir an die vorhin angesprochene Kurve der Zufahrtsstraße im Bereich Groppenberg zurückkehren, finden wir nach wenigen Metern – auch heute noch – eine Weggabelung, die einem zur Entscheidung zwingt, ob man zur Tanzberger Brücke gehen möchte, oder ob man in südöstliche Richtung ins Tal schreiten möchte. In der Josephinischen Landesaufnahme findet sich dieser Weg als Verbindungsweg nach Ried zum dortigen nördlichen Ortsausgang. Die Wegführung scheint zwar in der Darstellung etwas anders zu sein als heute und in der Franziszeischen Landesaufnahme, doch scheint es sich um eine etwas ungenaue Zeichnung des ausführenden Geometers zu handeln. Im Franziszeischen Kataster finden wir diesen Weg nicht verzeichnet.21
Es scheint hier der ganze, östlich des Groppenberges gelegene Bereich, nur ungenau aufgenommen worden zu sein. Es fehlt nämlich auch der heute noch bestehende Saumpfad22 von Groppenberg nach Hofing zum Hof „Gatterbauer“ und die Trasse nach Grillenparz, welche ebenfalls in der Franziszeischen Landesaufnahme zu erkennen sind. In der Administrativ-Karte von Niederösterreich (1864 – 1882) findet sich weder der Weg nach Grillenparz, noch eine Brücke über den Hofingbach verzeichnet, welche es aber geben musste.23

Abb. 1: Bereich Tanzberg/Ried um 1870. (Administrativ-Karte Niederösterreich, Sektion B7 Wallsee)

Abb. 2: Bereich Tanzberg Übersicht um 1822. (NÖLA, FK Mappen OW 436)

Abb. 3: Weg von der Tanzberger Brücke zum Hof (NÖ. Atlas)

Abb. 4: Bereich Ried/Tanzberg um 1820. (Franziszeische Landesaufnahme, http://mapire.eu)

Von der Ortsmitte Ried führten weiters zwei Wege mit der Parzellen Nr. 1129 und 1129/2 zur ehemaligen Inprixmühle.24
Genau bei der Tanzberger Brücke befindet sich die Grenze der Wallseer Katastralgemeinden Igelschwang und Ried, welche von Westen kommend der Hofingerbach bildet. Betrachtet man diesen Grenzverlauf, fällt einem diese Brücke – in Verbindung mit der vorhin beschriebenen Haunoldschimmelsage – doch als markantes Bauwerk auf, welches die bis dahin im Bach verortete Grenze abrupt und ohne sichtbares Hindernis nach Norden ablenkt. Das Bachbett des „Haunolds“ (Hofingerbach) in welchem der Haunoldschimmel der Sage nach sein Unwesen trieb, ist also nicht wie bis dahin, die Grenze der beiden Katastralgemeinden. In der Josephinischen Fassion (um 1787) finden wir diesen Grenzabschnitt mit folgenden Worten beschrieben:

„ … an daß Haunold Bächl, diesen Bächl nach biß an den Fahrweg von Tanzberg nach Groppenberg, und Iglschwang, diesen Fahrweg nach, bis oben an das Zäunl zwischen den Iglschwanger und Groppenberger Gründen …“25

Zum Abschluss soll der weitere ehemalige Straßenverlauf, ausgehend, von der von Tanzberg kommenden wichtigen Straßengabelung, beleuchtet werden. Direkt an der Kreuzung zweigt auch heute noch ein Feldweg nach Nordosten ab, der dann in talwärts führender Richtung zum Sommerauerbach führt. Der heutige Feldweg ist noch gut erkennbar und quert die Flur „Holzwiese”, wo sich seine Spur verliert. Der Weg findet in der Josephinischen Fassion unter dem Eintrag „Lang oder Holz Wiesen gehet ein Fahrweeg durch von Ried nach Teufelsberg“26 Erwähnung. Die Flur „Holzwiesen“ befindet sich auf der heutigen Parzelle 659/3 (ev. gehörten im „Volksmund” auch noch umliegende Grundstücke dazu).27

Der Fahrweg, welcher von Tanzberg kommt, trägt im Franziszeischen Kataster die Nr. 1119/I (heute 1119/3) und wird auch heute noch einige hundert Meter als eigenständige Parzelle im Kataster geführt. Im Franziszeischen Kataster finden wir einen von Ried kommenden Weg (Parzellen Nr. 1127), welcher sich auf der Parzelle Nr. 655 mit dem von Tanzberg kommenden vereint (siehe Abb. 5) und von dort unter der Parzellen Nr. 1127 weiter nach Teufelsberg führt. In der Josephinischen Landesaufnahme findet dieser Weg von Witzmannsdorf über die Holzwiese nach Teufelsberg keinen Niederschlag. Lediglich der alte Kirchen- und Pilgerweg von Teufelsberg – Ried – Grillenpartz – Hofing – Sindelburg ist verzeichnet.28

Abb. 5: Bereich Holzwiese um 1822, wo sich die beiden Wege von Ried und Tanzberg vereinigen. (NÖLA, FK Mappen OW 436)

Abb. 6: Bereich Holzwiese aus dem aktuellen Katasterplan 2017. (NÖ. Atlas)

Abschließend kann festgestellt werden, dass die Tanzberger Brücke eine wohl überregionale Bedeutung29 hatte, was sich sowohl in der stabilen, robusten Bauart, der meisterhaften Ausführung und der zu ihr und von ihr wegführenden Wegen widerspiegelt.
Im Zuge eines Lokalaugenscheines fand der Verfasser dieser Zeilen im August 2017 direkt auf der Trasse der alten Wegführung auf Parzelle 286, ein mittelalterliches Hufeisen und etwa 40 Meter weiter südlich, ein vermutlich urzeitlich anzusprechendes Keramikbruchstück30 (vgl. Abbildungen 8 & 9). Sollte es sich bei dem Hufeisen um ein Stück handeln, welches vor das 14. Jhdt. datiert31, könnte dies ein weiteres Indiz für die große Bedeutung des Tanzberger Streckenabschnittes sein, zumal im 13. Jhdt. vor allem die Pferde von Adeligen, Geistlichen und Fürsten mit Hufeisen beschlagen waren.32
Eine der wichtigsten Trassenführungen, in früheren Zeiten scheint die Trasse über TeufelsbergHolzwieseTanzbergIgelschwangZehethof nach Wallsee gewesen zu sein. Es fallen hier zwei Trassensysteme besonders auf:
Die des alten vorhin bereits erwähnten Kirchen- und Pilgerweges von Teufelsberg über Hofing nach Sindelburg und der Trasse über den Zehethof nach Wallsee. Hier scheint auch der Zehethof in seiner Funktion als Zehentsammelstelle in früheren Zeiten eine große Rolle zu spielen. Vom Zehethof weiter Richtung Wallsee führt der Weg durch die ehemalige – römische – Lehmabbaustelle beim ehemaligen Ziegelstadl33 (heutiges Haus „Weichinger”) und zuvor über eine ebenfalls sehr alt anmutende Brücke.
Zieht man nun noch eine von Elmar Tscholl konstatierte römische Ziegelei34 in Schöndorf mit in Betracht, könnte man dies als weiteres Indiz für die römerzeitliche Datierung der Trasse sehen.

Der Transport der fertigen Ziegel in den Wallseer Lagerbereich könnte also über Tanzberg und die hier behandelte Tanzberger Brücke aus Schöndorf erfolgt sein. Eventuell hat sogar die zu Beginn der Abhandlung angesprochene, zuerst etwas sonderbar anmutende Wegführung von Igelschwang bis Groppenberg etwas damit zu tun, als dass die durchschnittliche Steigung mit 4,8 % geringer ist, als wenn die Trasse direkt von der Tanzberger Brücke zur Weggabelung nach Zehethof geführte hätte. Denn hier beträgt die durchschnittliche Steigung 7,6 %.35


Abb. 7: Höhenprofil der alten Trassenführung über Groppenberg nach Igelschwang. (Google Earth Pro)

Abb. 8: Keramikbruchstück m. grober Magerung, oxidierend gebrannt m. Reduktionskern.

(Fundort: KG Ried/Parzelle Nr. 625/2)

Abb. 9: Altes Hufeisen gefunden auf der alten Wegtrasse nach Tanzberg.

(Fundort: KG Ried/Parzelle Nr. 286)

Abb. 10: Keramikbruchstück m. grober Magerung, reduzierend gebrannt.

(Fundort: KG Ried/Parzelle Nr. 625/2)

Abb. 11: Rückseite des Bruchstückes in Abbildung 10.

Literatur- und Quellenverzeichnis:

Ungedruckte Quellen:

Urbar Wallsee 1449 Signatur HS StA 1139/1-2 (Niederösterreichisches Landesarchiv).

Franziszeischer Kataster Ried – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. FK Prot OW 436 (Niederösterreichisches Landesarchiv).

Franziszeischer Kataster Ried – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 436 (Niederösterreichisches Landesarchiv).

Josephinische Fassion der Gemeinde Ried – Signatur JosFass VOWW 326 (Gemeinde Ried) (Niederösterreichisches Landesarchiv).

Online Quellen:

Franziszeische- und Josephinische Landesaufnahme unter http://mapire.eu/de/

http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000003856/05_litue.pdf

Sonstige Quellen:

Administrativ-Karte von Niederösterreich (1867 – 1881) herausgegeben vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich. Sektion B7 Wallsee.

Literatur:

Ferdinand Adl, Sagen aus dem Mostviertel (Band 2, Amstetten 1952).

Gunther Hüttmeier, Urgeschichtliche Funde und frühe Altstraßensysteme im Raum Wallsee. In: Marktgemeinde Wallsee-Sindelburg (Hg.), Wallsee-Sindelburg (o.A. 2017).

Harald Lehenbauer, Marktgemeinde Wallsee-Sindelburg vom Mittelalter bis zur Neuzeit. In: Marktgemeinde Wallsee-Sindelburg (Hg.), Wallsee-Sindelburg (o.A. 2017).

Matthias Lexer, Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch. (Stuttgart 31992 [1885]) (2. Nachdruck).

Tscholl, Elmar, Römisches Limeskastell in Wallsee. 10 Jahre Beobachtungen zum Limeskastell von Wallsee (1966-1976). In: Österreichische Gesellschaft für Archäologie (Hg.), Römisches Österreich (Jahresschrift der österreichischen Gesellschaft für Archäologie) (Jahrgang 5/6, 1977/1978, Wien 1978).

Heinrich Weigl, Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich (Band VI., Wien 1974).

Matthias Lexer, Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch. (Stuttgart 31992 [1885]) (2. Nachdruck).

1Freundliche Mitteilung von Gunther Hüttmeier am 14.7.2017.

2vgl. Ferdinand Adl (Hg.), Sagen aus dem Mostviertel (Band 2, Amstetten 1952) 66.

3Gunther Hüttmeier, Urgeschichtliche Funde und frühe Altstraßensysteme im Raum Wallsee. In: Marktgemeinde Wallsee-Sindelburg (Hg.), Wallsee-Sindelburg (o.A. 2017) 22f.

4vgl. Gunther Hüttmeier, Urgeschichtliche Funde und frühe Altstraßensysteme im Raum Wallsee. In: Marktgemeinde Wallsee-Sindelburg (Hg.), Wallsee-Sindelburg (o.A. 2017) 18.

5Gunther Hüttmeier, Urgeschichtliche Funde und frühe Altstraßensysteme im Raum Wallsee. In: Marktgemeinde Wallsee-Sindelburg (Hg.), Wallsee-Sindelburg (o.A. 2017) 23.

6In der Grenzbeschreibung der Katastralgemeinde Ried wird der heutige Hofingerbach als „Haunboldbächl” bezeichnet. vgl. Josephinische Fassion der Gemeinde Ried – Signatur JosFass VOWW 326 (Gemeinde Ried) (Niederösterreichisches Landesarchiv) fol. 2.

7Franziszeischer Kataster Ried – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. FK Prot OW 436 (Niederösterreichisches Landesarchiv) , Protokoll fol. 77; und FK Mappen OW 436.

8Franziszeischer Kataster Igelschwang – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. FK Prot OW 225 (Niederösterreichisches Landesarchiv) , Protokoll fol. 79. ; unter der Nr. 203 der topographischen Ordnung in der Josephinischen Fassion finden wir eine „große Haunold Wiesen”, sowie unter Nr. 209 eine „klein Haunold Wiesel”.

9Josephinische Fassion der Gemeinde Ried – Signatur JosFass VOWW 326 (Gemeinde Ried) (Niederösterreichisches Landesarchiv). Nr. der topographischen Ordnung 202 & 205 & 215 & 218. vgl. auch die „Klein Haunold Waldung” unter Nr. 216.

10In Groppenberg hatte das mit den Wallseern ins Land gekommene Ministerialgeschlecht der Humprechtsrieder ihren Ansitz, welcher wahrscheinlich aus einem wehrhaften Turmhof bestand. Im Franziszeischen Kataster von 1822 sehen wir an der südlichen Hofrückseite des Hofes „Lettner” ein exakt viereckig eingezeichnetes Steinbauwerk im Verbund mit dem sonst nur in Holzbauweise aufgeführten Anschlussgebäude. Lediglich die vordere nördliche Front bestand zu dieser Zeit ebenfalls schon aus festem Mauerwerk. Eventuell sehen wir in diesem Sachverhalt einen baulichen Überrest des Turmes der Humprechtsrieder. vgl. hierzu Harald Lehenbauer, Marktgemeinde Wallsee-Sindelburg vom Mittelalter bis zur Neuzeit. In: Marktgemeinde Wallsee-Sindelburg (Hg.), Wallsee-Sindelburg (o.A. 2017) 64. und Franziszeischer Kataster Ried – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 436 Blatt 3.

11Der Weg von Igelschwang nach Zehethof dürfte schon zur Römerzeit eine wichtige Rolle gespielt haben. vgl. hierzu Hüttmeier, Altstraßensysteme, 21. ; auch wird dieser Weg in der Josephinischen Fassion als „Fahr und Fußweg” bezeichnet. vgl. Josephinische Fassion der Gemeinde Ried – Signatur JosFass VOWW 326 (Gemeinde Ried) (Niederösterreichisches Landesarchiv). fol. 2.

13Franziszeischer Kataster Ried – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. FK Prot OW 436 (Niederösterreichisches Landesarchiv) fol. 64.

14Josephinische Fassion der Gemeinde Ried – Signatur JosFass VOWW 326 (Gemeinde Ried) (Niederösterreichisches Landesarchiv). Nr. 90 der topographischen Ordnung.

15Franziszeischer Kataster Ried – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 436 & FK Prot OW 436 (Niederösterreichisches Landesarchiv) , Protokoll fol. 64.

16Franziszeischer Kataster Ried – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. FK Prot OW 436 (Niederösterreichisches Landesarchiv) fol. 64.

18Franziszeischer Kataster Ried – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. FK Prot OW 436 (Niederösterreichisches Landesarchiv) fol. 40.

19Franziszeischer Kataster Ried – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. FK Prot OW 436 (Niederösterreichisches Landesarchiv) fol. 64.

20Josephinische Fassion der Gemeinde Ried – Signatur JosFass VOWW 326 (Gemeinde Ried) (Niederösterreichisches Landesarchiv). Nr. der topographischen Ordnung 198.

21Franziszeischer Kataster Ried – MG Wallsee-Sindelburg, VB Amstetten. Signatur FK Mappen OW 436

22Dieser Saumpfad ist in der Josephinischen Landesaufnahme noch eingezeichnet. vgl. online unter http://mapire.eu/de/ (abgerufen am 16.7.2017)

23Administrativ-Karte von Niederösterreich (1867 – 1881) herausgegeben v. Verein für Landeskunde von Niederösterreich, Sektion B7 Wallsee.

24Erstmalige Nennung als „Ymerigkmüllner” im Wallseer Urbar von 1449. vgl. Heinrich Weigl, Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich (Band VI., Wien 1974) 126. und Urbar Wallsee 1449 Signatur HS StA 1139/1-2 (Niederösterreichisches Landesarchiv) fol. 292.

25Josephinische Fassion der Gemeinde Ried – Signatur JosFass VOWW 326 (Gemeinde Ried) fol. 1.

26Josephinische Fassion der Gemeinde Ried – Signatur JosFass VOWW 326 (Gemeinde Ried) (Niederösterreichisches Landesarchiv). Nr. der topographischen Ordnung 184.

27Im Zuge einer Begehung des beackerten Feldes (Parzelle 659/3) konnten vom Verfasser im Frühjahr 2017 zahlreiche mittelalterliche und neuzeitliche Keramikscherben aufgelesen werden. Laut Auskunft des Grundbesitzers war besagte Parzelle bis vor wenigen Jahren tatsächlich nur eine Wiesenfläche. Auch in der oben angeführten Fassion wird das Grundstück als Wiese angeführt. Als Länge finden wir für die Holzwiese 45 Klafter (ca. 82 m) angeführt und die Breite wird mit 26 Klafter (47 m) angegeben. Die damals eingetragenen Masse korrelieren erstaunlich genau mit den heute gegebenen Massen der Parzelle 659/3.

28In der Josephinischen Fassion finden wir den alten Kirchenweg ebenfalls durch die „Haunold Waldung” gehen verzeichnet. So heißt es unter der Nr. 212 der topographischen Ordnung „… Haunold Waldung, und gehet ein Fußweg durch von Sindlburg nach Oedt”. vgl. Josephinische Fassion der Gemeinde Ried – Signatur JosFass VOWW 326 (Gemeinde Ried) (Niederösterreichisches Landesarchiv). Nr. der topographischen Ordnung 212.

29Freundlicher Hinweis von Gunther Hüttmeier am 17.7.2017.

30Das gefundene Keramikbruchstück hat eine grobe Magerung und wurde oxidierend mit Reduktionskern gebrannt. vgl. Abbildung 8.

31Eine nähere Altersbestimmung wird eventuell in den kommenden Monaten ermöglicht.

33vgl. Eintrag des Stadls auf http://mapire.eu/de/

34Elmar Tscholl, Römisches Limeskastell in Wallsee. 10 Jahre Beobachtungen zum Limeskastell von Wallsee (1966-1976). In: Österreichische Gesellschaft für Archäologie (Hg.), Römisches Österreich (Jahresschrift der österreichischen Gesellschaft für Archäologie) (Jahrgang 5/6, 1977/1978, Wien 1978) 117. ; In Schöndorf befindet sich auf den Parzellen 706, 710, 709 sowie 874/1 (KG Ried/Wallsee-Sindelburg) ein in Frage kommendes Gelände für eine römische Ziegelei. Noch heute befindet sich dort eine starke Quelle, welche mit einem Brunnen erschlossen ist und auch der Bach fließt in unmittelbarer Nähe ins Tal. Ferner finden wir in der Josephinischen Landesaufnahme mehrere Flurnamen in Schöndorf, die ebenfalls einen Hinweis auf eine starke Häufung von Ziegelfragmenten im Boden geben bzw. von der Beschaffenheit des Untergrundes berichten. Der sprechende Flurname „großer Ziegel Rieth Acker” bedeutet in seiner etymologischen Deutung das gleiche wie der Flurname in Fußnote 33. Es ist anzunehmen, dass der Name nur verschrieben wurde, da unter der Nr. 131 der Fassion von einem „klein Ziegelreith Acker” die Rede ist. Der große Acker ist in der Fassion zweigeteilt eingetragen, wobei der größere Acker 734 Klafter lang (ca. 1342 m) und 113 Klafter (ca. 206 m) breit war. Zwischen den beiden Äckern befindet sich ein weiterer interessanter Flurname, nämlich „Pschlag Eisen Acker”. vgl. Josephinische Fassion der Gemeinde Ried – Signatur JosFass VOWW 326 (Gemeinde Ried) (Niederösterreichisches Landesarchiv) Nr. der topographischen Ordnung 128 & 130 & 131. Die in der Fassion übergeordnete Ried, in welcher sich die „Ziegelreithäcker” befinden heißt „Laimfeld”. Mit dieser Bezeichnung finden wir einen weiteren starken Hinweis, der uns den Weg zur vermutlichen Ziegelei in Schöndorf weisen könnte. Das Wort „Leim”[=Laim] wird im Mittelhochdeutschen Taschenwörterbuch von Lexer mit Lehm übersetzt. vgl. Matthias Lexer, Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch. (Stuttgart 31992 [1885]) (2. Nachdruck) 144.; Die Situation ähnelt derer am Humelberg in Sindelburg, auch dort wird von E. Tscholl eine römische Lehmentnahmestelle konstatiert.

35Messung erfolgten mittels der „Pfadfunktion” des Programms „Google Earth Pro”. Daher ist die Messung auch nicht als professionell zu bezeichnen, doch scheint das Messergebnis genau genug zu sein um Schlüsse daraus ziehen zu können.

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