Die Sage vom Teufelsgespann vom Haaghof und ein Eintrag der Sindelburger Matrik

Zeitreise Wallsee-Sindelburg

Das Teufelsgespann vom Haghof und ein Eintrag aus dem Jahr 1614 in der Sindelburger Matrik

(Harald Lehenbauer)

Im folgenden Beitrag möchte ich einen Eintrag aus dem Jahr 1614 aus der Sindelburger Pfarrmatrik aufgreifen, welcher in Verbindung zu der bis heute tradierten Sage vom Teufelsgespann vom Haghof stehen könnte. Oft wurden Unglücksfälle und andere Schicksalsschläge zur Mythenbildung herangezogen und es wurde so im Laufe der Zeit durch die Tradierung zur Sage. In der Sage geht es um den Teufel, welcher den steilen Hohlweg (im Wald östlich des Hofes Hochbauer immer noch vorhanden) zum Haghof hinauf benutzt, um seine Schätze heim zu führen. Da der Wagen so schwer beladen war, forderte er vom Bauern des Haghofes Vorspann, welcher sich aber nicht meldete, als er das Klopfen an der Türe vernahm.
Erst als der Teufel ihm versicherte, dass er etwas eine Handvoll Taler bekommen würde, half er dem Teufel aus. So geschah es von nun an öfters, bis der Bauer einmal nicht zu Hause war. Als stattdessen der Knecht von der Bäuerin hinausgeschickt wurde, welcher zuvor den Weihbrunnen mitnahm und am Hohlweg vor dem Vorspanndienst noch „In Gottes Namen“ sagte, machte es einen großen Knall und der Teufel war mitsamt seinem Wagen verschwunden. Am nächsten Tag fand man den Bauer, welcher statt „In Gottes Namen” immer frevelnd „Kotznamen” sagte, während er Vorspann leistete, tot, von einem Baum erschlagen im Hohlweg auf.

Nun folgt der interessante Eintrag aus dem Sindelburger Sterbebuch aus dem Jahr 1614:

Michael Näepauer am Haaghof war 7 Tagen zuvor von seinem Roß geschlagen drauf communiert und im Markt Wallsee gestorben und alhier begraben worden bey 57 Jahr”1

Die vollständige Sage mit weiteren Details finden Sie übrigens in der Chronik von Wallsee-Sindelburg auf Seite 326. Mir scheint es durchaus möglich, dass es sich hier um ein Unglück handeln könnte, was zur Entstehung der Sage geführt hat.
Durch Ausschmückungen und dem Hinzufügen von vermeintlichen Tatsachen, wurde eine Sage geschaffen, welche bis heute tradiert wird und an den Tod des Bauern im Jahr 1614 erinnert, welcher durch einen tragischen Unfall ums Leben kam.

1 Tauf- und Trauungsbuch Sindelburg 1581–1627 (DASP Signatur 01,2,3-01) (Sterbebuch) fol. 39.

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